Kosmetikmarke Hauschka vs. Musiker Hauschka – kooperieren statt draufhauen

Vor zwei Wochen, beim Frameworks-Festival in München, trat auch Hauschka auf. Dem Feuilletonleser ist Volker Bertelmann aka Hauschka sicher bekannt als weit vorn Befindlicher in der gegenwärtigen Popmusik. Denn das ist letztlich der Rahmen, in dem wir uns bewegen. Wenn auch wohl eher am Rand.

Nun fragt jeder, dem man von Hauschka erzählt, ob der was mit der fabulösen Kosmetikmarke zu tun habe, die ja mittlerweile bemerkenswerte Premiumpreise nehmen kann und beeindruckende Verkaufserfolge verzeichnet. Was lag da näher, als Volker Bertelmann selbst zu fragen.

Musiker Hauschka sitzend

Die Antwort des sehr freundlichen Künstlers nach dem Hintergrund dieser Namensfindung war so überraschend wie klar, und letztlich auch Mut machend. Ist sie doch ein Beleg für die Existenz von gesundem Menschenverstand.

Volker Bertelmann wollte einen osteuropäisch klingenden Namen für sein Musikprojekt. Die Wahl fiel auf den in Deutschland ziemlich seltenen Namen Hauschka. Nun hat man ja schon oft schlimme Geschichten gehört, was passiert, wenn ein Unternehmen seine Marken- oder sonstigen Rechte gefährdet sieht und die juristischen Kettenhunde loslässt. Das gibt manchmal hässliche Gemetzel, die mit den Werten der Marke nicht immer völlig konform sind. Aber in unserem Fall war es anders.

Eines Tages erhielt Volker Bertelmann einen Anruf aus der Unternehmenszentrale von Dr.Hauschka. Er war leicht angespannt, was da wohl anläge. Die Anspannung verwandelte sich ruckzuck in Entspannung, denn man fragte an, ob man einen Ausschnitt eines Musikstücks von hauschka für die Telefonwarteschleife verwenden könne. Keine Panik, keine Drohungen, einfach gelassene, freundliche Zusammenarbeit. Dr.Hauschka bekommt wunderschöne Telefonmusik, und Volker Bertelmann kann seine Haut mit den tollen Produkten von Hauschka pflegen. Ist das Win-Win?

Vielen Dank an Volker Bertelmann für die Bilder und die Hintergrundinfos zu diesem Blogbeitrag!

Und hier das Cover der aktuellen CD sowie der Link zu den Videos!

Cover der CD Club des Amateurs
Cover der CD Club des Amateurs

 

Kindernamen, daaaaas Thema neben Markennamen: Hilfe naht …

Etwas off-topic, aber dennoch sei es hier erwähnt: Eine neue Hilfe beim Benennen des Nachwuchses ist online gegangen.
Der Clou dabei: Man gibt seinen Nachnamen ein und bekommt Vorschläge für Kombinationen von Vorname und Nachname inkl. Verfügbarkeit der Domain. Mal sehen, ob das noch relevant ist, wenn diese Neugeborenen mal eine Website brauchen / haben wollen. Oder ob dann alles schon wieder ganz anders aussieht. Die Welt dreht sich ja schließlich weiter.
Dennoch: die Schmalheit der Vorschläge mag für so manchen auf der Suche nach dem perfekten Kindernamen tatsächlich eine Hilfe sein.

Screenshot Namensgenerator für Kindernamen

 

Namensfindung Versicherung: Neuer Produktname, selbst erklärend und attraktiv

Vor gut einem Jahr kam ein Kunde auf mich zu, der einen Namen für ein neues Finanzprodukt suchte. Den Kunden kannte ich gut, die Versicherungskammer Bayern. Das Produkt nicht, es war ja auch eine Innovation. Wesen und Nutzen waren allerdings klar.

Ein gutes Jahr später ist die neue Kapitalversicherung, die besonders für das steueroptimierte Vererben größerer Beträge geeignet ist, auf dem Markt. Unter dem Produktnamen „GenerationenDepot“. Muss man nicht viel erklären, oder? Die Namensfindung war nicht einfach gewesen, denn der Name sollte ja nicht nur attraktiv und selbst erklärend sein. Die Domains sollten auch frei sein. Voilà.

Neuer Produktname: Selbst erklärend und attraktiv - Versicherung
Vielen Dank für das Bildmaterial an die VKB!

Hier geht’s zum Produkt bei der Versicherungskammer.
Und hier zu einer detaillierteren Projektvorstellung bei der Namensagentur.

Obskure Namen: Acer Liquid mit urFooz – was ist das, um Himmels willen?

Obskur, obskur. Internet hin, Internet her, selbst für die Welt im Netz ist das doch ein etwas gewagter Name. Im Deutschen weder durch schönen Klang noch durch wunderbare Assoziationen ausgestattet, stellt sich die Frage nach dem „appeal“ dieses Namens. Den Hintergrund dieser Namensentwicklung bzw. dieses Naming Projektes zu kennen, wäre sicher spannend. Der ist vermutlich eher global. Wofür der Name steht? Wohl für ein Feature bzw. einen Service.

Für sachdienliche Hinweise ….

Produktname Schokolade: Ja Heidi, sag mal, wo kommst Du denn her?

Über ein wirklich faszinierendes Fundstück kann ich heute berichten. Eigentlich war es nur eine Schokolade, die Freunde als Nachspeise zum Abendessen mitgebracht hatten. Wir bekamen alle große Augen: Heidi Schokolade mit ganzen Mandeln. Alles ein wenig im Lindt-Look, edel, mit Gold, die Schokolade fein, den Erwartungen entsprechend.

Heidi Gourmette Chocolate

Natürlich konnte ich meine Neugierde nicht bezähmen und musst das (wirklich sehr) klein Gedruckte auf der Packung lesen. Und tatsächlich, da gab es etwas zu entdecken, nämlich woher die kleine Heidi stammt, also quasi wo der Schok-Öhi haust. Normal denkt man bei Heidi ja an die Schweizer Berge, manche kennen auch den Schweizer Heidikäse (übrigens sehr gschmackig). Bei den Bergen ist irgendwie auch die Gemeinsamkeit zu sehen: Die Heidi Schokolade kommt aus Rumänien. Da gibt es auch viele und hohe Berge.

Die Namenswahl ist smart, verbindet doch der normale Verbraucher mit der Produktmarke Heidi bestimmte, wohl meist positive, Werte, Eigenschaften und sogar Erinnerungen. Ganz zufällig war die Namenswahl wohl auch nicht, denn die Muttergesellschaft von Heidi ist tatsächlich ein Schweizer Unternehmen, die kleine Schokodynastie Läderach aus Ennenda im Kanton Glarus. Diese tritt am Deutschen Markt auch unter der Marke „Läderach“ bzw. „Läderach Confiseur“ auf. Ein geschickter Schachzug.

Vielen Dank übrigens an Simona Popi von Heidi Chocolat S.A. für das Bild !

Naming extrem: Lucky Bamboo – unglaublich, es ist kein glücklicher Bambus!

Bild Lucky Bamboo von Sean McClean

Wer hätte das gedacht? Meine Floristin hat mir erzählt, dass der Lucky Bamboo gar kein Bambus ist. Kurios, dachte ich, sollte dies ein weiterer Fall von Seelachs sein?

In Wirklichkeit handelt es sich bei dieser Pflanze um die Art Dracaena Sanderiana, beheimatet in Kamerun, aus der Familie der Mäusedorngewächse in der Ordnung der Spargelartigen. Damit dürfte der letzte Hoffnungsschimmer auf eine Verwandtschaft mit einem wie auch immer ge-, oder entarteten Bambus zerstört sein.

Aktuell ist der Lucky Bamboo wieder bei Norma, einem insb. im Süddeutschen starken Discounter, im Angebot. Den Beschreibungstext aus dem Flyer möchten wir nicht vorenthalten: „Seit Jahrhunderten wird der Bambus in Asien als ein Symbol für Glück, Erfolg, positive Energie und Gesundheit verschenkt.“

Und was lehrt uns das? Hätte ein Lucky Dracaena auch so gute Chancen sogar im Kassenbereich bei Norma gehabt? Wohl nicht. Deshalb ist hier eine gute Lösung für den Produktnamen bzw. sogar die Gattung gefunden worden in dem Sinn, dass sie funktioniert. Naming mit Nutzen.

Eine Frage aber, die sich mir stellt: darf man das eigentlich? Ich muss mal den Anwalt fragen. Aber wahrscheinlich ist die Antwort einfach: Eigentlich natürlich nicht, aber wenn sich so etwas einbürgert und niemand was dagegen macht, dann halt schon.

PS: Bild von Sean McClean aus der Wikipedia.