Die inneren Werte des Fred Ferkel

Auf Anregung einer Leserin (Danke Katrin!) heute mal etwas zum Produkt Fred Ferkel, seinem Namen und wie das alles zusammenpasst:

Fred Ferkel Pack

Früher war der Fred Ferkel noch ein ehrlicher Geselle. Was drauf war, war auch drin, und sah nicht nur so aus: echtes Schwein. In diesem Fall natürlich das verarbeitete Restschwein mit seinem wunderbaren Produkt „Gelatine“.

Dann wurden die Vegetarier und die Schonfleischaberkeinschweinesser immer mehr, und es begann eine neue Zeit. Als Folge stellte Katjes seine Produktion komplett auf „für Vegetarier geeignet“ um. Das Schwein und sein Innerstes mussten draußen bleiben.

Bei einer Sorte wie Fred Ferkel passierte das natürlich auch, aber irgendwie ist es dennoch kurios. Das Schwein erinnert an die lustigen Schweine beim Metzger, die auf ihr bestes Stück zeigen und nichts mehr herbeisehnen als in der Pfanne als Schnitzel ihre Vollendung zu finden. Entsprechend heißt es auf der Packung auch vielsagend und vieldeutig „Hier gibt’s leckere Ferkeleien!“.

So stellen sich viele Fragen. Hätte man aus dem armen Fred Ferkel den sauren, aber natürlich ebenso lustigen Fio Citro machen sollen? Darf vegetarisches Essen Tierform haben? Sollten Tofunuggets Kuhform haben? Oder Känguruform? Oder Hundeform? Ist das eigentlich Verbrauchertäuschung, wenn in einem Schwein gar kein Schwein drin ist? Und mit den Katzenzungen der Schlümpfe gerät man dann vollends in den Wald …

 

Falke Socken – Teppich im Schuh

Heute mal ganz was (heimelig) Altmodisches. Der Teppich im Schuh!

Falke Teppich im Schuh Banderole

 

Beim Sockenkauf fiel er mir auf, und er wurde ein feiner Kauf. Der Teppich im Schuh. Wie kam es dazu?

Kein Comfort und kein Comfortable, nur ein simpler Vergleich ist es, der bei dieser Namensfindung vor 50 Jahren gezogen wurde. Was ist wohlig, warm und angenehm, wenn man barfuß darauf geht oder steht? Parkett, Holzdielen und Fliesen kaum, da damals die Fußbodenheizung noch nicht flächendeckend eingeführt war. Aber den Teppich gab es schon. Und so liegt der Name nahe, um ein angenehm warmes Gefühl, das diese Socken bereiten, zu vermitteln: Der Teppich im Schuh.

Heute würde man wahrscheinlich von einer Technologie sprechen oder gar von Disruption – wenn schon, denn schon. Damals sahen das die Produktmanager etwas profaner und es war einfach eine besondere Produktqualität.

Eine Gratulation auf jeden Fall an Falke für 50 Jahre Teppich im Schuh!

Und hier noch die ganzen Socken:

Falke Teppich im Schuh Socken

 

Fast ein lustiges Wording: Keine Roaming

Erst denkt man, oha, was für ein progressives Wording.

Dann überlegt man, ob hier vielleicht die Zielgruppen aus den ganzen Flaggenländern speziell angesprochen werden sollen.

Und am Ende erkennt man, dass es wahrscheinlich bloß ein Schachzug des Grafikers gewesen ist:

Keine Roaming

 

Keine Roaming - Ausschnitt

 

Neuer Name für ??? – die Feldnüsse

Da soll noch einer sagen mit deutschen beschreibenden Begriffen könne man nix machen. Ich hatte ja schon über Foidhendln berichtet und über andere mehr oder weniger verschleiernde Begriffe in der Kulinarik, aber nun ist mir etwas Bemerkenswertes im Biomarkt untergekommen: Feldnüsse.

Feldnüsse kennt man so natürlich nicht, aber sie klingen bodenständig und naturnah, fast wild. Außerdem sind Nüsse ja per se hochwertig. Kurioserweise handelt es sich bei den Feldnüssen um Sojabohnen, wie es im englischsprachigen, kleingeschriebenen Untertitel auch heißt. Vielleicht verkaufen sie sich so ja besser.

Sojabohnen verkauft als Feldnüsse

 

Neue deutsche Pullis entdeckt

Mancher weiß schon, dass ich ein Freund der deutschen Sprache bin. Als ich auf neue deutsche Pullibezeichnungen stieß, war ich erst einmal recht überrascht. Ich finde, man muss die Namen ein wenig sacken lassen, und man sollte Ihnen ein wenig Zeit geben um zu wirken, Zeit um mit Ihnen vertraut zu werden. Wovon ich spreche? Von:

1. Fransenhülle

2. Schalkragenhülle

Letztlich lassen mich die beiden Begriffe etwas ratlos zurück. Ich finde sie nicht besonders schön, eher leicht irritierend, und, wie gesagt, gewöhnungsbedürftig. Immerhin hat sich jemand Gedanken gemacht, auch wenn ich „Hülle“ nicht den schmiegendsten Begriff überhaupt finde. Hüllen sind ja nicht dafür bekannt besonders kuschlig zu sein. Aber man muss bedenken: erst mal was Besseres finden. Sicher interessant in diesem Zusammenhang ist der Begriff „Softshell“, der ja in Deutschland verwendet wird. Auch der wäre eine schicke Herausforderung für jeden Namenmacher.

Damit das Verhältnis der Namen zum Produkt etwas klarer wird, hier die Abbildungen der beiden (neuen) Kleidungsstücke aus dem Prospekt von Konen, der diese innovativen Begriffe herausgebracht hat:

Fransenhuelle
Fransenhuelle
Schalkragenhuelle
Schalkragenhuelle

Mal sehen, ob die neuen Begriffe sich durchsetzen. Mutig ist der Schritt auf jeden Fall.

 

Schlicht und ergreifend: Minimatik

Am liebsten stelle ich Projekte aus eigener Hand vor, am zweitliebsten Fundstücke, die mir gefallen. Heute letzteres – die Minimatik von NOMOS.

Nomos Minimatik
Minimatik © NOMOS Glashütte

NOMOS Minimatik Neomatik

 

Schön und gelungen finde ich diesen deutsch geschriebenen Namen der Minimatik, ein Modell neben Tangente, Ahoi und anderen. Es ist ausschließlich mit dem neuen Automatikwerk mit der Bezeichnung Neomatik erhältlich.

Damit wird es dann aber ein klein wenig weniger positiv, denn die Dopplung, wie man sie auf dem Boden der Uhr auch sehen kann – Minimatik mit Neomatik Werk  (das zusätzlich noch auf das Kürzel DUW 3001 hört) fordert durch die Ähnlichkeit der Namen Verwechslungen heraus. Ich muss gestehen, ich habe auch eine Weile gebraucht, um die Differenzierungen innerhalb des Portfolios und der Modelle tatsächlich zu verstehen. Denn es ist ja nicht so, dass es nur die Minimatik mit dem Automatikwerk Neomatik gäbe. Und andere Automatikmodelle, wie die Tangomat sind sogar flacher. Wie war das gleich? Ich wollte doch ein positives Beispiel vorstellen…

Und dennoch, trotz arg viel Matik – Minimatik gefällt mir. Vielleicht auch, weil es mich an die Minivox von Junghans erinnert, und positive Assoziationen sind halt hilfreich.

 

PS: Wer sich für Uhren interessiert – ich habe auch mal über die Uhren von Uhr geschrieben.